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Wir waren ja schon letztes Jahr im Herbst am Gardasee, allerdings vier Wochen früher und dieses Jahr wollten wir noch mehr das „Herbst-Feeling“ am See genießen. Vor allem aber hatten wir keine Lust mehr auf sommerliche Temperaturen, aber dennoch Lust das angenehme Gefühl der wärmenden Sonnenstrahlen auf der Haut zu spüren. Wir haben dort ja unsere beiden kleinen Geheim-Tipps „wo unser Bett für die Tage wohnt“. Es sind immer kleine Unterkünfte, mit wenigen und sehr netten Besitzern und meist auch solchen Gästen. Da wir ja einen Tag nach meinem Geburtstag gefahren sind und sich die Abreise ein wenig verzögert hat, weil wir doch nicht ganz so früh aus den Federn kamen, sind wir erst bei einem tollen weiß-blauen Himmel, am frühen Nachmittag in unserem Hotel angekommen. Dort bekamen wir diesmal eine tolle Suite mit Balkon, denn das Hotel liegt direkt am See – also in wunderschöner Lage. Ich liebe es, wenn ich morgens vom Bett aus auf den See schauen kann und gleichermaßen liebe ich es, wenn ich das Plätschern am Ufer beim Einschlafen höre. Ich verbinde dieses Geräusch unheimlich mit meiner Kindheit, Erinnerungen und es macht mir ein total schönes Gefühl.Gardasee1

Ich kann die Orte und die Wochentage der Wochenmärkte seit über 40 Jahren im Schlaf auswendig und es ist ein Muss, mindestens einen davon zu besuchen. Es gibt dort Schönes und Nützliches, Hässliches und Unbrauchbares und auch noch Leckeres. Wir fuhren also Montagvormittag nach Torri del Benaco, haben prompt einen Parkplatz bekommen (ich bin gefahren 🙂 ), was im Sommer fast unmöglich ist und wir haben es total genossen, dass es kein Schieben und Drängeln in den engen Gassen gegeben hat. Ich habe mir einen tollen Schal aus Kashmir und Seide gekauft, einen wärmenden Wollponcho und dann habe ich auch noch eine wunderschöne Kette aus geschliffenen Steinen zum Geburtstag bekommen. Erich hat sich ein Hemd an „seinem“ Hemden-Stand und zwei neue Gürtel gekauft. Im Cafe direkt am Hafen, in dem wir einen ersten Cappuccino genossen, fielen uns drei ziemlich durchgeknallte Typen auf, die uns aber sehr freundlich gegrüßt hatten. Ich habe zu Erich gesagt, das sind bestimmt Musiker, es hat mir einfach mein Gefühl gesagt. Wir haben Sie dann im Cafe noch singend am Klavier gesehen und später sind sie laut Stimmübungen machend, den Markt entlang geschlendert. Alle haben dabei geschmunzelt und es war irgendwie schön, die tollen Stimmen in den engen Gassen zu hören – das war Live-Musik der anderen Art. Am Ende des Markts kommen die Stände mit den Lebensmitteln und wir wissen, dass dort ein Stand frische und heiße Fritti Misti di Mare verkauft – ganz einfach aus der Papiertüte und mit einem Holzspießchen. Mit unserer Tüte haben wir uns auf eine Bank am Ufer gesetzt und einfach nur schweigend genossen. Nach einem abschließenden Cappuccino und einer kleinen Rast, die ich aus gesundheitlichen Gründen nochmal gut gebrauchen konnte, sind wir mit unseren Tüten bepackt, geschafft aber glücklich am Auto angekommen.

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Wir wollten die schöne Sonne noch genießen und sind danach die Panorama-Straße über Costermano und San Zeno di Montagna gefahren. Leider haben sie unser Bänkchen abmontiert, wobei es schon recht schepps und ramponiert dort gestanden hatte. Wir sind trotzdem stehen geblieben und haben den Blick über den südlichen Teil des Sees genossen. Langsam haben wir dann die Rückfahrt ins Hotel angetreten, um noch ein bisschen auf dem Balkon zu sitzen und die Aussicht zu genießen.

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Am nächsten Tag war es nicht mehr so strahlend schön, aber erfahrungsgemäß ist es im Süden immer Besser. Wir sind also zum Supermarkt nach Costermano gefahren, zufällig ist dort ein Schuhgeschäft, in das ich immer gucken muss und prompt habe ich ein paar tolle Herbstschnürschuhe gefunden. Wir wollten nach dem Besuch im Supermarkt eine Pizza in unserem Lieblingsrestaurant genießen, aber die hatten leider schon geschlossen oder vielleicht nur am Wochenende geöffnet, weil dort sehr viele Einheimische Essen gehen. Wir haben beschlossen, nun ins Hinterland zu fahren, was ich schon lange gerne gemacht hätte. Wir sind über Pesina und Caprino Veronese weiter nach Pazzon und Vezzane bis wir schließlich in Ferrara di Monte Baldo gelandet sind. Das sind allesamt keine aufredenden Städtchen oder Ortschaften, aber sie sind reizvoll und sie haben uns unheimlich gut gefallen. Auf dem Weg nach Ferrara di Monte Baldo, haben wir immer wieder Italiener gesehen, die am Straßenrand standen und irgend etwas aufgesammelt haben. Als wir genauer geschaut haben, haben wir gesehen, dass es wilde Maronibäume sind und die Italiener fleißig am Sammeln waren. Wir haben uns also auch „unseren“ Baum gesucht und waren nun auch fleißig am aufsammeln. Morgen werden wir sie am Abend machen, ich glaube sie werden – auch wenn sie ein bisschen kleiner sind – uns viel besser schmecken, als gekaufte. Auf dem Rückweg sind wir dann aber noch zweimal stehen geblieben, weil einmal Erich und einmal ich, die Stacheln aus unseren Fingern entfernen mussten. Nächstes Jahr haben wir Arbeitshandschuhe im Auto. Wir sind dann noch ein bisschen auf der Panoramastraße stehen geblieben und haben den atemberaubenden Sonnenuntergang angeguckt und dann sind wir ins Hotel, weil uns an diesem Abend ein Candle Light Diner erwartet hat. Es war sehr lecker und stimmungsvoll.

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An unserem dritten und letzten Tag bin ich schon mit dem Geräusch von Regen aufgewacht. Nicht dass die Stimmung am See jetzt weniger reizvoll gewesen ist. Es war alles wolkenverhangen und ein bisschen wie in Watte gepackt, aber dennoch schön. Nach einem weiteren leckeren Frühstück mit diesem italienischen Kaffee auf den ich voll abfahre und mit der aufgeschäumten und zwei Spiegeleier mit Parmaschinken haben wir beschlossen ins Öl-Museum zu fahren. Das Museeum haben wir schon einmal besucht, aber man kann dort auch wunderbar Essig, Öl und Pasten kaufen. Außerdem hatte ich einen Gutschein für eine kleine Flasche Olivenöl und so haben wir uns auf den Weg gemacht. Wir haben dort Acetto Balsamico gekauft, den wir vorher verkostet haben, Olivenöl und zwei Brettchen, einen Pfannenwender und einen Soßenlöffel aus Olivenöl gekauft. In Garda sind wir dann an der Eisdiele stehen geblieben und jeder hat sich drei Kugeln des köstlichen Gelati gegönnt und dabei im strömenden Regen die Menschen beobachtet. Wir sind noch ein wenig am See entlang gefahren, in der stillen Hoffnung, dass sich die Wolken öffnen, aber leider ist das nicht geschehen. Wir sind zurück ins Hotel und haben ein wenig gechillt, weil es doch am Vorabend später geworden war. Wir haben den Koffer wieder eingepackt, da wir wie angedacht keinen Tag verlängern wollten.

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An unserem letzten Tag sind wir nach einem letzten leckeren Frühstück traurig abgefahren, allerdings mit dem Wissen, dass wir nächstes Jahr eine Woche bleiben werden. Im Feinkostgeschäft auf dem Weg zur Autobahn, haben wir Flitzi nochmal richtig vollgepackt und sind dann in weiterhin strömenden Regen auf der Autobahn in Richtung Brenner gefahren. Wir hatten irgendwann Hunger, sind von der Autobahn abgefahren und ich kenn seit vielen Jahren den Bratwurststand dort und der hatte auch tatsächlich auf. Wir durften uns nur nicht an der Tatsache stören, dass wir unsere Bratwurst in einem ersten winterlichen Gefühl mit Schneeflocken genießen durften. Dabei hielten wir einen netten Plausch mit dem Standbesitzer. Total durchgefroren sind wir schnell wieder ins Auto und über Innsbruck, Scharnitz und Garmisch haben wir ohne Regen dann am späten Nachmittag München erreicht.

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Hier noch unsere „Schätze“ die wir im Feinkostgeschäft gekauft haben.

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